COMING OUT TO TRUTH

Die Wahrheit wird euch freimachen.(Johannes 8:32)


Homophobie

Es ist eine Tatsache, dass, auch wenn wir glauben, dass Gott uns Lesben und Schwule liebt und akzeptiert wie wir sind, man dies nicht von allen unserer christlichen Brüder und Schwestern behaupten kann.

In einen Brief an einen heterosexuellen Freund, der ihre lesbische Beziehung verdammte, sagte eine christliche Frau:

That is EXACTLY what you mean: that because my faithful love in private is directed towards a person of the same gender, it is every bit as filthy and disgusting and nasty as promiscuous public fucking in a park restroom glory hole. When you condemn all homosexual expressions without exception - the faithful love along with the lascivious fornicating - by "hating the sin and loving the sinner," you have to put me into a cattle car as though I were not a human being to you... That kind of love doesn't have a damned thing to do with the Lord Jesus Christ. It is naked, ugly, distorted, diseased, filthy, nasty, obscene, disgusting, God-forsaken PREJUDICE. And THAT*IS*SIN - snake-bitten, hissing, original sin: "You shall be as gods, knowing - and judging - good and evil."

Sollen wir wegen der Homophobie anderer Christen das Christsein aufgeben?

We refuse to forsake Christianity simply because the majority of biblical Christians do not accept us as fellow believers. We know that God has accepted us! And that's what counts.

(Fred E. Pattison)

Viele Televangelisten und Prediger verdammen Homosexualität und Lesben und Schwule. Fälschlicherweise predigen sie, dass Homosexualität unnatürlich, sündig und unmoralisch sei. Die Bibel aber sagt:

Titus 1:15
Den Reinen ist alles rein; den Befleckten aber und den Ungläubigen ist nichts rein, sondern befleckt ist sowohl ihre Gesinnung als auch ihr Gewissen.

Wir dürfen die Homophobie anderer Christen auch nicht einfach ignorieren, denn es steht auch in der Bibel:

Psalm 133:1
Siehe, wie gut und lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen.

Viele homophobe Christen erregen unseren Zorn. Aber sie sollten eher unser Mitleid erregen. Sie sind voller Hass und Zorn und können deswegen nicht in Liebe, Friede und Freude leben. Es ist wichtig, sich folgendes bewusst zu sein:

Habe eine positive Einstellung heterosexueller Christen gegenüber. Sie sind unsere Brüder und Schwestern in Christus. Wir sollten nicht eine Heterophobie entwickeln nur weil manche Christen uns mit Homophobie begegnen.

Wir wurden berufen zu lieben - auch unsere Feinde, auch die, die uns verdammen:

Matthäus 5:43-48
Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters seid, der in den Himmeln ist; denn er lässt die Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr allein eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die von den Nationen dasselbe? Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.

Dies können wir folgendermaßen ausleben:

Teil einer positiven Haltung ist auch sich zu freuen (im geistlichen Sinn) wenn man von den beiden Gruppen auf die man sich als Christ am meisten verlässt (Familie und Gemeinde) verfolgt wird. Man lernt auf Gott zu vertrauen und nicht auf Menschen. Die Kirche wird nicht mehr als Abgott angebetet, sondern wir beten den lebendigen Gott an. Oft begegnen wir Verfolgung mit Zorn und Ärger wegen der Verletzung und Beschämung, der wir ausgesetzt sind. Die Bergpredigt gibt uns einige Richtlinien, wie wir auftreten sollten.

Matthäus 5:21-24
Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten; wer aber töten wird, der wird dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch, dass jeder, der seinem Bruder zürnt, dem Gericht verfallen sein wird; wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka! den Hohen Rat verfallen sein wird; wer aber sagt: Du Narr! der Hölle des Feuers verfallen sein wird. Wenn du nun deine Gabe darbringst zu dem Altar und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar und geh zuvor hin, versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und bring deine Gabe dar.

Jesus sagt nicht, dass wir nicht zornig sein dürfen, dass wir den Zorn, den wir fühlen verdrängen sollen. Wir müssen unseren Zorn erkennen und akzeptieren.

Wir sollen uns mit unseren Feinden versöhnen. Wir sollen nicht warten bis der andere sich mit uns versöhnen möchte, sondern wir sollen den ersten Schritt tun.

Später in der Bergpredigt sagt Jesus:

Matthäus 5:44
Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.

Die Liebe, von der Jesus hier spricht, hat nichts mit Emotionen zu tun, sondern ist eine Sache des Willens. Wir entschließen uns den anderen zu vergeben, für den anderen zu beten. Wenn wir für den anderen beten kommen wir aus Passivität in Aktivität. Wir sind nicht mehr Opfer, sondern Handelnde. Wir öffnen uns durch Gebet der Liebe Gottes für den, der uns unterdrücken will.

Man kann auf zweierlei Art auf Verfolgung reagieren:

  1. Wir sehen uns als Opfer, als schwächer, sündiger, niedriger
  2. Wir rebellieren

Jesus tat keins von beiden. Er ging den dritten Weg:

Matthäus 5:38-41
Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ich aber sage euch: Widersteht nicht dem Bösen, sondern wenn jemand dich auf deine rechte Backe schlagen wird, dem biete auch die andere dar; und dem, der mit dir vor Gericht gehen und dein Unterkleid nehmen will, dem lass auch dem Mantel. Und wenn jemand dich zwingen wird, eine Meile zu gehen, mit dem geh zwei.

Schlagen, den Mantel geben, eine Meile zu gehen - das waren alles Formen der Unterdrückung. Indem wir die andere Wange hinhalten definieren wir die Art der Beziehung zum anderen. Wir übernehmen die Kontrolle über die Situation und treten so aus der Rolle des Unterdrückten und Rebells hinaus.

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© Anette Seiler - 22. Mai 1998

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